Umweltethik-Wiki

Lehrstuhl für Philosophie und Ethik der Umwelt
Philosophisches Seminar der CAU Kiel
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Diskontierung

Jule Olbricht (Februar 2018)

Bei der Diskontierung handelt es sich um ein Instrument mit dem Kosten und Nutzen (auch: Wohlfahrt), die in unterschiedlichen Zeiträumen auftreten, verglichen werden können. Das Instrument ist vor allem im utilitaristischen Kontext von Relevanz, da dort das Gebot der Nutzenmaximierung vorherrscht. Aus verschiedenen Gründen (Abschnitt 4) wird von (Ressourcen-)Ökonom*innen im allgemeinen eine positive Diskontrate befürwortet. Dabei werden Nutzen und Kosten desto stärker abgewertet, je später sie auftreten.

1 Diskontierung in den Wirtschaftswissenschaften

In den Wirtschaftswissenschaften existieren verschiedene Arten der Diskontierung. Praktisch unumstritten ist die Diskontierung von Vermögenswerten in der Buchführung. Also die Abzinsung eines Betrages, der in der Zukunft fällig wird, auf einen sogenannten Barwert, der den Wert des Betrages in der Gegenwart wiedergibt.

1.1 Diskontierung in der Buchführung

Aufgrund der bestehenden (positiven) Zinssätze ist ein Geldbetrag umso wertvoller, je früher er abgerufen werden kann. Geld das heute investiert werden kann, ist mehr wert, als Geld welches erst in einigen Jahren angelegt werden kann, da die Zeitspanne der Verzinsung früher beginnt.1)

Beispiel 1: Ein in 20 Jahren zu erwartender Gewinn von einer Million Euro hat, bei einer Diskontrate von 7%, dann einen Barwert von nur 258.419 €. Ist der Gewinn erst in 100 Jahren zu erwarten, reduziert sich der Barwert auf 1.152 €. Dasselbe gilt für Verluste bzw. Schäden. Je später der Verlust eintritt, desto geringer fällt sein Barwert aus.

Bei dieser Art der Diskontierung muss natürlich beachtet werden, dass Zinsen und Renditen veränderlich in der Zeit sind. Unstetes Wirtschaftswachstum und Inflation verlangen also nach einer sorgfältigen Auswahl der Diskontrate und gegebenenfalls einer zeitlichen Anpassung.2)
Es gibt außerdem Autor*innen, die die Legitimität bzw. den Modus des Zinses grundsätzlich in Frage stellen. Ulrich Hampicke gibt diesbezüglich zu bedenken:

„Ein Zins unter völlig Gleichen ist entweder nicht möglich (im Falle der Myopie) oder er ist funktionslos, weil alle Zinsen zu Null saldieren. […] Die Analyse zeigt […] eine weitere Klasse von Problemen auf, bei denen auf den Zins im Wege des intergenerationellen Ausgleichs zu verzichten eine zwingende Entscheidung im Interesse der Nutzenmaximierung ist.“ 3)

Ein weiteres Beispiel stellt die aktuelle Degrowth- bzw. Devestment-Debatte dar.

1.2 Diskontierung von öffentlichen Projekten

In der Volkswirtschaftslehre muss das Konzept der Diskontierung zwangsläufig erweitert werden, da bei großen öffentlichen Projekten4) nicht nur größere Zeitspannen betrachtet werden müssen5), es gilt auch Gewinne zu ermitteln und zu berücksichtigen, die nicht direkt in monetärer Form in Erscheinung treten. Gewinne aus Investitionen in Bildung oder Forschung beispielsweise lassen nicht nur lange auf sich warten, es müssen auch Beiträge zum Wirtschaftswachstum und eine gesteigerte Effizienz des Gesundheitswesens einkalkuliert werden, die teils Generationen überspringen.6)

Bei der Bewertung (und Abwertung) dieser Faktoren in der Zukunft greift der Zins häufig zu kurz. Einerseits ist es unmöglich ihn auf Jahrzehnte vorauszubestimmen, andererseits entbehrt er der Wertschätzung bestimmter Errungenschaften durch die Bevölkerung.7) Entsprechend versuchen Ökonom*innen die implizite Diskontierung der Gesellschaft zu ermitteln, häufig wird der Begriff „soziale Diskontierungsrate“ dafür verwendet.8)

Ob in diesem Kontext überhaupt diskontiert werden sollte, wird in Abschnitt 4 diskutiert. Hier werden auch Anhaltspunkte geliefert, warum der Rate im allgemeinen ein positives Vorzeichen zugeordnet wird, was zur Abwertung der Zukunft führt.

1.3 Ermittlung der Diskontrate

Wie Beispiel 1 zeigt, lassen sich mit der Wahl der Diskontrate die Aussichten auf Gewinne von Investitionen und öffentlichen Bauvorhaben entscheidend beeinflussen. So führt eine hohe Diskontrate dazu, dass Projekte mit späten Gewinnerwartungen, wie beispielsweise Infrastrukturmaßnahmen, im Vergleich geringer bewertet werden als Projekte die sofortige Gewinne versprechen.

Andersherum werden Projekte besser bewertet wenn größere Verluste erst spät auftreten.9) Es ist also von großer Bedeutung auf welcher Grundlage über die Rate entschieden wird und welche Größen in die Kalkulation mit einfließen.

In der klassischen Kosten-Nutzen-Analyse konzentriert man sich auf drei Konzepte:

  1. Die soziale Zeitpräferenzrate der Haushalte
  2. Die soziale Opportunitätskostenrate
  3. Eine Synthese aus beiden Raten.10)

1.3.1 Zeitpräferenz der Haushalte

Haushalte bevorzugen demzufolge den Konsum eines bestimmten Gutes in der Gegenwart11), der Genuss des Gutes hat heute also einen höheren Wert als Morgen.12) Mathematisch betrachtet gibt die Zeitpräferenz an, „um wie viel Prozent der zukünftige Konsum den gegenwärtigen übersteigen muss, damit beide von der Gesellschaft als gleichwertig eingeschätzt werden“.13)

Ermittelt wird diese Rate am Markt. Dort bildet sich in einer idealtypischen Situation nach einiger Zeit ein Gleichgewicht zwischen Zeitpräferenz und Zins. Der entsprechende Zinssatz kann dann als Diskontrate dienen, wie in Beispiel 2.

Beispiel 2: Anna möchte sich gerne einen Computer kaufen, ihre Bank bietet ihr dafür einen Kredit mit dem Zinssatz x an. Annas Zeitpräferenz spiegelt sich in diesem Zinssatz wieder. Sie wird den Kredit nur dann aufnehmen, wenn der zu leistende Zins geringer ist als der Wert ihrer Zeitpräferenz. Wenn also die Kreditforderungen geringer sind als die Differenz zwischen dem empfundenen Mehrnutzen des Computers heute und dem reduzierten Nutzen der Zukunft.

1.3.2. Opportunitätskosten

Diese Rate gibt an auf wieviel Einheiten eines Gutes ein Haushalt heute verzichten müsste, um morgen eine Einheit mehr davon genießen zu können. Anders formuliert gibt sie die Kosten eines hypothetischen, zukünftigen Konsums an, ausgedrückt in Konsumgütereinheiten.14) Für öffentliche Projekte würde die soziale OKR dienen: Wird durch den Bau einer öffentlichen Schule, ein privates Unternehmen am Bau eines Einkaufszentrums gehindert, werden dadurch Gewinne verhindert, die zumeist größer sind als jene aus dem öffentlichen Projekt. Diese Gewinne hängen wiederum von den Zinssätzen ab die das Unternehmen vorgefunden hätte.15)

Es ist praktisch unmöglich vollständige Daten für die OKR zusammenzustellen. Unter anderem weil der Zinssatz sich dynamisch entwickelt und möglicherweise von der geplanten Maßnahme beeinflusst wird. Welche privaten Projekte andernfalls entstanden wären und zu welchen Zinssätzen, kann also nicht abschließend geklärt werden.16)

Auf Märkten mit vollkommenem Wettbewerb und unter Annahme der Konsumentensouveränität sind beide Raten identisch. In der Praxis muss jedoch von unvollständigem Wettbewerb und eingeschränkter Konsumentensouveränität17) ausgegangen werden, weshalb häufig eine Synthese gebildet wird. Die Festlegung der Diskontrate liegt also, trotz Rückgriff auf empirische Daten, immer noch zu großen Teilen in der Hand der Analytiker*innen. Eine soziale Diskontrate sollte sowohl die öffentliche Ordnung und gesellschaftliche Moralvorstellungen widerspiegeln, als auch zukünftige Wirtschaftsbedingungen berücksichtigen.18)

Denker wie Amartya Sen wollen der Regierung eine Verantwortung für die Wahl der Diskontrate zukommen lassen. Diese soll über die in der empirisch ermittelten Zeitpräferenz impliziten Verantwortung hinausgehen.19) Andere hingegen, darunter Stephen Marglin, lehnen eine solche „Intervention der Regierung“ ab und fordern die Präferenzen gegenwärtiger Individuen in der Rate zu reflektieren.20)21)

2 Deskriptiver und präskriptiver Ansatz

Während in der Ökonomie praktisch ausschließlich mit der klassischen Diskontrate aus empirischen Befunden gearbeitet wird,22) werden unter (Wirtschafts-)Philosoph*innen die Rufe nach einer normativen Diskontrate laut. So können in der philosophischen Debatte zur Diskontierung zwei Kategorien unterschieden werden. Einerseits gibt es Ökonom*innen und Philosoph*innen die versuchen die Rate aus der Beschreibung der Gesellschaft, genauer die in der Gesellschaft zu beobachtende Diskontierung, abzuleiten. Sie bestimmen die Rate folglich deskriptiv anhand des Marktverhaltens der Haushalte. Andererseits gibt es Ansätze eine normative Grundlage für die Diskontrate zu schaffen. Dort wird die Rate entsprechend präskriptiv bestimmt.23)

2.1 Deskriptivistische Rechtfertigung

In der Auseinandersetzung zwischen Vertreter*innen des deskriptiven und präskriptiven Ansatzes lassen sich Parallelen zu dem Diskurs zwischen wirtschaftsliberalen und Verfechter*innen eines starken Staates finden. So stellt Stephen Marglin einem Artikel zur Diskontierungsdebatte die Aussage voraus:

„If I am going to play the neoclassical, or rather neo-Benthamite, game, in which individuals are assumed to have well-defined preferences that are identical with their utilities, I want to play the rest of the bourgeois-democratic game of philosophical liberalism as well: in particular I want the government's social welfare function to reflect only the preferences of present individuals.“ 24)

Wohin gegen Collin Price ein Kritiker der neo-klassischen Diskontierung zu dem Schluss kommt:

„That people do something does not imply that they know it is right to do so.25) It is, moreover, a commonplace that when people do what they know to be wrong they cast around for specious reasons why it could be considered right. Among ethnographers this process is also, revealing, know as discounting (Pestello, 1991). When a whole society does what it suspected to be wrong, it seeks professional apologists to justify it's actions. In the case of discounting the future, the professional apologists have preceded the bad social conscience: economist got their retaliation.“ 26)

In diesen beiden Aussagen wird zugleich die Rechtfertigung für die Verfolgung eines deskriptiven Ansatzes als auch die Kritik am Präskriptivismus deutlich. Vertreter*innen des letzteren wird vorgeworfen, der Gesellschaft aus einem elitären Standpunkt heraus ihren Willen in Form einer nach ihrem Gutdünken gestalteten Diskontrate aufzubürden; während die eigene, deskriptive Herangehensweise als demokratisch, also im Sinne des Volkes bewertet wird. Die Diskontrate soll, laut Theorie, direkt dem Verhalten der Bevölkerung angepasst werden.27) Jedoch werden auch im Deskriptivismus werden Vorannahmen gemacht.28)

2.2 Werturteil durch Zuschreibung von "Standing"

Bei der deskriptiven Herangehensweise muss zunächst einmal geklärt werden welchen Individuen „Standing“ zukommt, wer also in die zu erfassende gesellschaftliche Diskontierung mit einbezogen werden soll.

Im Allgemeinen wird es als legitim angesehen den eigenen, zukünftigen Nutzen zu diskontieren. 29) So finden im gängigen deskriptiven Ansatz alle gegenwärtigen Marktteilnehmer*innen Berücksichtigung.30) Diese Auswahl kommt jedoch bereits einem Werturteil gleich. Kinder und kommende Generationen erhalten hierbei kein Standing, was allerdings der allgemeinen moralischen Intuition widerspricht31) und gegen den Unparteilichkeitsgrundsatz verstößt.32)

Im gängigen präskriptiven Ansatz wird davon ausgegangen, dass dem Nutzen eines jeden Menschen, unabhängig von Alter und Zeitpunkt der Existenz ein gleiches Gewicht zukommt.33) Diskontierung kann in diesem Ansatz also nur mit veränderlicher Wertschätzung durch Individuen, nicht aber mit der unterschiedlichen Wertschätzung der Individuen selbst, begründet werden34). Angenommen einem Liter Wasser in der Zukunft würde ein geringerer Wert als der heutige gegeben, könnte dies nicht allein mit der zeitlichen Distanz zum Trinkenden begründet werden. Es müsste eine schlüssige Begründung gefunden werden, die erklärt warum dem dann Trinkenden ein Liter weniger Wert ist als einem Trinkenden heute, bspw. weil die Landwirtschaft verspricht effizienter zu werden und dadurch Wasserknappheit vermindert wird.

Es lässt sich außerdem mit der deskriptivistischen Rechtfertigung nicht abschließend begründen warum Tieren, Pflanzen oder auch ganzen Ökosystemen kein Standing zukommen sollte. Diese Möglichkeit besprechen Hannon35) und Stone36) ausführlich. Die Debatte geht hier fließend in das sogenannte Inklusionsproblem37) über.

2.3 Werturteil durch Wahl der Messgröße

Sollte die Frage des Standings geklärt worden sein, gilt es die Messgröße festzulegen, die auf den Wert der Diskontierung schließen lässt. Wie in 2.3 beschrieben kann dies durch die Beobachtung der Zinsraten und ähnlicher marktwirtschaftlicher Kennzahlen geschehen. Da aber nicht nur ein einheitlicher Zinssatz existiert, muss der Wahl der Messgröße ein Werturteil vorausgehen. Beispiel 3 soll die Schwierigkeit dieser Festlegung verdeutlichen.

Beispiel 3: Anna hält einen Finger hoch und sagt: „Ich sollte zwei Finger hoch halten“. Dabei denkt sie: „Ich sollte drei Finger hoch halten“. Zugleich ist sie ein frommes Mitglied der „Ich soll vier Finger hoch halten“-Kirche und Bürgerin eines Landes in dem es verboten ist eine andere Anzahl als fünf hochzuhalten.38)

Zu entscheiden welches die richtige Anzahl an Fingern ist, bedarf hier eindeutig eines Werturteils; über die Bedeutung von Religion, die Souveränität des Staates oder die häufig auftretende Diskrepanz zwischen Denken und Handeln. In Rechtsstaaten mag mit der demokratischen Legitimität der Gesetzgebung argumentiert werden39), jedoch ist es zu bezweifeln, dass sich zu allen relevanten Größen und Bereichen der Diskontierung eindeutige und aussagekräftige Gesetzestexte finden lassen, noch kann diese Begründung auf autoritäre Staaten übertragen werden.

Seth Baum und Derek Parfit liefern in ihren Texten außerdem schwerwiegende Einwände bezüglich der menschlichen Kognition.40) Pope und Perry zeigen weiter in einem Artikel, dass Individuen öffentlichen Projekten eine niedrigere Diskontrate zuordnen als Entscheidungen auf persönlicher Ebene und letztere gesellschaftlich inkonsistent sind.41) Die Frage des Maßstabs führt damit zu der Frage der Aggregation.

2.4 Werturteil durch Wahl der Aggregationsmethode

Aggregation fragt danach, wie die gemachten Beobachtungen gewichtet und zusammengeführt werden sollten. Im gängigen präskriptiver Ansatz wird davon ausgegangen, dass eine Einheit Nutzen einer Stimme gleichkommt (one utility equals one vote), während im Deskriptivismus vom „one dollar one vote“-Schema ausgegangen wird. Auch hier wird ein Werturteil gefällt.42) Und es ist augenfällig, dass bei der Wahl eines monetären Maßstabs das Verhalten der reichsten Bevölkerungsgruppe43) die größte Beachtung findet.44)

Je ungleicher eine Bevölkerung ist, desto entscheidender ist das Werturteil bezüglich der gewählten Aggregation. In einer Bevölkerung die total gleich ist, fiele das Werturteil der Aggregation zurück auf die Ebene des Standing. Gleichzeitig können in einer sehr ungleichen Bevölkerung die Armen zwar stärker gewichtet werden, dies bedürfte aber ebenfalls einer Rechtfertigung neben der deskriptivistischen.

2.5 Vorwurf des Elitarismus und der Inkonsistenz

Folgt man der vorangegangenen Argumentation, dass also auch von Vertreter*innen eines deskriptiven Ansatzes Werturteile gefällt werden müssen, bleibt es nicht aus, dass der Deskriptivismus Opfer der eigenen Anklage wird.45) Letztere wirft Vertreter*innen des präskriptiven Ansatzes Elitarismus und Willkür vor:

„The authoritarian answer to the 'myth or must' question is to stigmatize individuals' preferences for their own consumption as against consumption by future generations as 'socially irrational'.“ 46)

Collin Price, der sich in „Time, Discounting und Value“ ausführlich mit dem Für und Wider der Diskontierung befasst, äußert sich dagegen abschließend:

„But concern and care for the future are not enough, because it is still our concern, and does not include the future's own point of view. We can only give the future its due if we are prepared to act against our interests, and beyond our felt concerns. The problem resembles that of persuading a contented electoral to make concessions to under-privileged minorities.“ 47)

Ein weiterer Vorwurf lautet, die von Marktmechanismen unabhängige Wahl einer Diskontrate führe zu Inkonsistenzen im Wirtschaftssystem. Allerdings hängt dieser Vorwurf direkt von der empfohlenen Rate und deren Kontext ab, viele präskriptive Analysen beziehen Marktinformationen in ihre Überlegungen mit ein.48)

Zudem warnen Kritiker vor dem Auftreten von Wiedersprüchen durch das Überschreiben von Marktpreisen. Nordhaus beispielsweise wirft die Frage auf, was geschähe, wenn eine Mehrzahl an Philosophen oder Volksvertreter plötzlich für hohe Diskontraten einträten, weil diese höhere Gewinne in Ländern der Global Poor versprechen.49)

Auf den ersten Blick scheint der präskriptive Ansatz sich durch mehr Rücksichtnahme auf kommende Generationen auszuzeichnen und folglich stets niedrigere Diskontraten hervorbringen. Es sollte jedoch erwähnt sein, dass, je nach Wahl der Messgröße, auch aus der deskriptiven Methode niedrige Diskontraten resultieren können. So wird beispielsweise vorgeschlagen, kurzfristige Staatsanleihen mit sehr geringen, aber sicheren Zinsraten zugrunde zu legen.50) Baum betont zudem, dass eine Annäherung beider Parteien nicht ausgeschlossen ist.51)

3 Relevanz in der Umweltethik

Die Thematik der Diskontierung gewinnt vor allem dort an Relevanz für die Umweltethik, wo Naturgüter bewertet und abgewertet werden. Die Frage, ob ein Hektar Wald heute den selben Wert hat wie ein Hektar Wald in 200 Jahren, kann, so argumentieren vor allem Vertreter eines präskriptiven Ansatzes, nicht nur an seinem Marktwert und den zu erwartenden Zinsen festgemacht werden: der Naturgenuss durch Anlieger und der Lebensraum für dort lebende Flora und Fauna werden im Allgemeinen nicht auf dem Markt gehandelt und finden somit in der Kalkulation keine Berücksichtigung.52) Die für Konsumgüter geltende Zeitpräferenz darf also nicht übertragen werden, da nicht fest steht, ob diese auch für Nicht-Konsumgüter gilt.

Diese Argumentation spielt bei der Zuschreibung von Standing eine zentrale Rolle. Vertreter*innen einer Umweltethik mit einem Selbstwertspektrum, das über den Anthropozentrismus, also über den Menschen hinaus geht, dürfte die Adaption eines deskriptiven Ansatzes demnach widerstreben. Da Flora und Fauna nicht aktiv am Marktgeschehen teilhaben können, wird ihre Wertschätzung von Natur in Marktkennzahlen nicht widergespiegelt.

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Beeinträchtigung von Naturgütern, deren Wirkung erst Jahrzehnte später zu Tage tritt. Die Generation, welche diesen Beeinträchtigungen ausgesetzt wäre, kann noch keinen Einfluss auf das heutige Marktgeschehen nehmen. Ihre Interessen würden also nicht berücksichtigt.53) Die Frage ist folglich, ob Regierungen und Unternehmen dazu angehalten sein sollten, diesen Generationen und ihrer Wertschätzung von Natur besondere Aufmerksamkeit zukommen zu lassen.

Konrad Ott bemerkt dazu, dass eine Diskrepanz zwischen moralischer Aufmerksamkeit und der daraus resultierenden moralischen Bedeutung besteht. Echte moralische Signifikanz ist demnach identisch mit der Aufmerksamkeit, die einer Sache vom moralischen Standpunkt aus geschenkt werden müsste. Von diesem Standpunkt aus müssten Projekten mit einem großen Risiko für schwerwiegende Langzeitfolgen größere Beachtung finden und ihre Signifikanz entsprechend mit der Zeit ansteigen. Dies wiederum, so Ott weiter, wäre inkompatibel mit der herkömmlichen Art der Diskontierung, da die Signifikanz von Dingen nicht zugleich steigen und fallen kann.54)

Studien zeigen, dass hohe Diskontraten Bodenkonservierung unrentabel machen;55) Waldzerstörung von Vorteil erscheinen lassen56) und die sich endlos in die Zukunft ziehenden Kosten der Strahlungsgefahr durch Kernenergie trivialisiert werden 57). Jedoch muss die Integration von Umweltschäden in Gewinn-Analysen nicht zwangsläufig zu einer niedrigeren Diskontrate führen; es sollte ebenfalls in Betracht gezogen werden, die Bewertung der Schäden bzw. der Natur selbst zu überdenken.58)

Dennoch lautet ein Vorschlag eben jene Langzeitprojekte von der klassischen Diskontierung auszunehmen, welche umfangreiche Folgen (large effects) für künftige Generationen erwarten lassen.59) Dieser Ansatz wirft allerdings gleich mehrere Fragen auf: Welche Zeitspanne klassifiziert ein Langzeitprojekt? Was kann unter „umfangreichen Folgen“ verstanden werden? Und wie wird mit Unsicherheiten umgegangen?

Eben diese Fragen prägen unter anderen den anhaltenden Diskurs über die Höhe bzw. Vorzeichen der Diskontrate. Bevor ein prominentes Beispiel aufgegriffen wird, bei dem die Autoren Stern und Nordhaus zu Recht unterschiedliche Antworten gelangen, muss zunächst die philosophische Grundlage der Diskontierung erläutert werden.

4 Begründung der Diskontierung

Während in Abschnitt 1 lediglich von der Diskontierung von Geldwerten bzw. Kosten und Nutzen die Rede war, muss das Spektrum für die philosophische Auseinandersetzung erweitert werden. In der Ökonomie stehen die Begriffe Kosten und Nutzen für positive und negative Geldwerte. Diese sind jedoch häufig nicht, wie der Verkaufspreis eines Konsumgutes, vom Markt gegeben sondern implizieren die Wertschätzung für nicht auf dem Markt handelbare Dinge. Ein wichtiger Aspekt hierbei ist also, dass nur Dinge diskontierbar sind, denen überhaupt ein Geldwert zugeschrieben werden kann. Dies ist einerseits unmöglich, wie bei Landschaftsästhetik oder frischer Atemluft, und andererseits moralisch fragwürdig, wie bei der Fähigkeit zur Reproduktion.60)

Ein klassisches Beispiel ist die Kernenergie. In der Kosten-Nutzen-Analyse dieser Technologie sollten mögliche Unfälle berücksichtigt sein. Die Effekte eines Unfalls müssen dabei in Kosten ausgedrückt werden, darunter zählen Entschädigungszahlungen für gesundheitliche Beeinträchtigung bei Menschen, sowie Flurschäden. Klassisch diskontiert würden diese desto geringer bewertet, je später sie auftreten.

Ist es aber moralisch vertretbar, ein in der Entschädigungszahlung implizites Menschenleben abzuwerten, nur weil bis dahin 50 oder 100 Jahre vergehen? „Are we morally justified in being less concerned about more remote effects of our social policies, at some rate of n percent per year?“ 61) lautet eine prägnante Frage.

In der umfangreichen Literatur zu diesem Thema werden zahlreiche Argumente für eine Diskontierung der Zukunft behandelt62), darunter auch rein formal-mathematische. Hier sollen vier Argumente mit Alltagsbezug herausgegriffen werden:

4.1 Ungeduld und Kurzsichtigkeit

Es gibt eine Vielzahl an Belegen, darunter zählen Marktverhalten und empirische Studien, dafür, dass Menschen frühen Konsumgenuss bevorzugen (siehe auch 2.3). Andersherum kann beobachtet werden, dass unangenehme oder anstrengende Pflichten hinausgezögert werden:

„Everyday […] individuals consume luxury items like liqueur chocolates quickly, and often to excess, rather than spreading the pleasure over time. In contrast, they postpone embarrassing encounters and procrastinate over awkward decisions.“ 63)

Für viele Ökonomen dient dieser Umstand als Beleg für die Notwendigkeit zur Diskontierung. Es wird argumentiert, (1) dass rationale Verbraucher*innen ihre Wertschätzung (und Abwertung) durch die an den Tag gelegten Präferenzen eindeutig vermitteln und der Markt entsprechend folgen sollte. Dies basiert auf der Annahme von Konsumentensouveränität.64)65)

Derek Parfit formuliert diesen Standpunkt hingegen als Demokratieproblem (2): wenn eine Mehrheit der Bevölkerung für eine Diskontierung der Zukunft stimmt, sollte es nicht Aufgabe der Regierung sein, diese Präferenz umzusetzen?66)

Da (1) auf dem Konzept der Konsumentensouveränität beruht, verliert das Argument seine Gültigkeit zusammen mit eben dieser Prämisse. Sie ist inzwischen auch unter Ökonomen umstritten und sollte keinesfalls als gegeben gelten.67) Aber auch wenn von der Gültigkeit dieser Prämisse ausgegangen wird, stellt sich die Frage, warum Diskontierung nicht einer Regulierung durch die Regierung unterworfen sein sollte, wie Chemikalien oder Waffen.68) Beide haben gemein, dass ihr Schädigungspotenzial auch außerhalb des Anwenderkreises liegt. Entgegen (2) kann es also durchaus als Aufgabe der Regierung verstanden werden, die Interessen kommender Generation gegen die der gegenwärtigen zu verteidigen.69)

Price weißt weiter darauf hin, dass Konsument*innen zwar ein Produkt mit identischen Eigenschaften aber früherem Bezugszeitraum bevorzugen mögen, ein solches Ergebnis aber nicht mit einer Wahl verglichen werden kann, die aus einem der beiden Bezugszeiträume heraus getroffen wird.70) Dieser Einwand der Inkonsistenz von individuellen Präferenzen bzw. Entscheidungen richtet sich gegen (1) ebenso wie (2).

Ott schließt seine Ausführungen zu diesem Argumentationsstrang mit der Warnung ab, dass bei einer Ableitung der Notwendigkeit zur Diskontierung aus dem Ist-Zustand, also der beobachtbaren subjektiven Zeitpräferenz, ein naturalistischer Fehlschluss vorliegt.71)

4.2 Nähe und Verbundenheit

Ein weiteres Argument beruht auf der Tatsache, dass Menschen besondere Verbindungen pflegen. Der allgemeinen Intuition folgend wird das Schicksal der eigenen Kinder stärker gewichtet als das der Kindeskinder und sofort. Dies könnte durch eine Diskontierung entsprechend der Abnahme der Verbundenheit widergespiegelt werden.72)

Dem „chain of obligation“-Ansatz von Richard B. Howarth zufolge greift diese Beschreibung jedoch zu kurz. Während es die Pflicht und das Bedürfnis der Eltern ist, den eigenen Kindern ein gutes Leben zu ermöglichen, zählt es ebenso zu den Bedürfnissen der Kinder, ihren Kindern das selbige zu ermöglichen. Folglich zählt es zu der Pflicht der Eltern, um den Kindern die Möglichkeit zur Erfüllung ihres Bedürfnisses zu verhelfen, ein gutes Leben für ihre Kindeskinder zu ermöglichen.73) Wie der Name schon sagt entsteht so eine „Kette der Verpflichtung“, die über die eigenen Kinder hinaus ins Unendliche weitergesponnen werden kann.

Parfit selbst kontert das Argument mit dem Einwand, dass eine kontinuierliche Diskontierung nach diesem Vorbild, mathematisch betrachtet, auf einen absoluten Nullpunkt zustrebt. Dann lebenden Genrationen würde keine Beachtung mehr geschenkt. Allerdings befindet sich dieser Zeitpunkt, mathematisch betrachtet, in der Unendlichkeit und würde folglich nie stattfinden.74)

Ein einfacher Vergleich lässt das Argument ebenso fragwürdig erscheinen. Angenommen die Regierung der USA würde erneut Atomwaffentests durchführen, wäre es dann angebracht, diese weit entfernt vom eigenen Hoheitsgebiet durchzuführen, um die eigene Bevölkerung von den Folgen zu verschonen und damit implizit die Leben von Fremden abzuwerten? Wenn die Antwort drauf „Nein“ lautet bedarf es einer weiteren Begründung für die Diskontierung als nur den Umstand, dass keine emotionale Bindung zu fernen (fremden) Generationen besteht.75)

4.3 Potenz der Wirtschaft und Technologie

Eine wachsende Wirtschaft führt zu besserer Versorgung und günstigeren Produkten. Analog dem Beispiel des Trinkenden aus 3.2 kann also argumentiert werden, dass steigender Wohlstand durch effizienteres Wirtschaften den Wert von basalen Waren wie Wasser sinken lässt. Vorausgesetzt kommenden Generationen genießen tatsächlich höheren Wohlstand, sollte analog der sinkenden Preise bzw. der gesteigerten Effizienz diskontiert werden, um heutige Generationen gegenüber künftigen nicht zu benachteiligen.

Ein empirischer Einwand gegen diese Art der Rechtfertigung ist die (wieder-)entdeckte Endlichkeit natürlicher Ressourcen. Es ist nicht mehr selbstverständlich, dass es späteren Generationen besser gehen wird, folglich verliert die Rechtfertigung an Überzeugungskraft und lässt sich sogar umkehren. Dabei können zwei Pfade unterschieden werden. Einerseits könnte die Diskontierung einen ohnehin drohenden „Doom“ vorverlegen, „wobei den rechtzeitig Geborenen noch eine Konsumorgie geboten wird“.76) Andererseits könnte durch die Einführung einer positiven Diskontierungsrate ein ansonsten vermeidbarer Doom erst erzeugt werden.77)

Unabhängig von empirischen Befunden kann der „neoklassischen Routine“ eine Art Schwindel vorgeworfen werden.78) Sie zielt darauf ab den Nutzen über die Zeit zu maximieren, was bei wachsender Wirtschaft zu exzessivem Sparen zu Gunsten der Zukunft führen würde. Um dem entgegen zu wirken wird ausgleichsweise die Diskontierung eingeführt - ausdrücklich aus Gerechtigkeitsabwägungen - die dem Maximierungsziel entgegensteht. Die Notwendigkeit dieser ad hoc Maßnahme fußt allerdings laut John Rawls auf einem falschen Ausgangspunkt:

„Certainly introducing time preference may be an improvement in such cases; but I believe that its being invoked in this way is an indication that wie have started from an incorrect conception. There is a difference between the situation here an the previously mentioned intuitionistic view. Unlike the principle of equality, time preference has no intrinsic ethical appeal.“ 79)

Letztlich kann nicht gewährleistet werden, dass wirklich alle von der wachsenden Wohlfahrt profitieren. Um bei dem Beispiel des Trinkenden zu bleiben: sofern es allen in der Zukunft besser geht, also alle über mehr Geld oder bessere Technologie verfügen, kann eine Abwertung der zukünftigen Beeinträchtigung durch Wasserverschmutzung gerechtfertigt werden. Dies gilt jedoch nicht wenn einigen schlechter ausgestatteten dadurch der Zugang zu sauberem Trinkwasser verwehrt wird.80)

4.4 Ungewissheit der Zukunft

Hierbei muss unterschieden werden zwischen der Wahrscheinlichkeit der Voraussage und der Wahrscheinlichkeit, dass aus einem Zukunftsrisiko ein tatsächlicher Schaden entsteht. Während davon ausgegangen werden kann, dass

  1. kommende Generationen keinen Wunsch nach erhöhtem Krebsrisiko verspüren,
  2. weißt die Prognose an sich eine gewisse Unsicherheit auf und
  3. es ist nicht gesichert, ob besagte Generation81) überhaupt existieren wird.82)83)

Jemandem Risiken aufzuerlegen kann als eine Art direkte Handlung gegenüber anderen, die entsprechend einer direkten Konsequenz ausgeliefert sind, verstanden werden. Diese direkte Konsequenz versteht sich als Situation die eine bestimmte Gefahr birgt. Jemandem einem direkten Risiko auszusetzen (1.) ist folglich nicht das Gleiche, wie das Erwirken und Akzeptieren der Wahrscheinlichkeit eines schlechten Ausgangs (2.), sondern eine aktive Änderung hin zum schlechteren der Situation.84)

Folgt man diesem Argument, bedarf es triftiger Gründe dafür erstens überhaupt Risiken für andere einzuführen und zweitens diese zu diskontieren um den Gegenwartsnutzen zu maximieren.85)

Dennoch kann eingewandt werden, dass die Prognose der Risiken ungewiss ist (2.). Hier fällt die Pflicht zur Rechtfertigung einer Diskontierung je nach Standpunkt dem Verursacher, oder dem Fürsprecher der Zukunft zu.86) Vertreter eines Prinzips der Vorsorge bzw. Verantwortung wie Hans Jonas weisen sie dementsprechend den Verursachern zu.87) Anders formuliert:

„Die Unheilsprophezeiung wird gemacht, um ihr Eintreffen zu verhüten; und es wäre die Höhe der Ungerechtigkeit, etwaige Alarmisten später damit zu verspotten, dass es doch gar nicht so schlimm gekommen sei: ihre Blamage mag ihr Verdienst sein.“ 88)

Es bleibt die Frage der Existenz (3.). Diverse Gründe können zum Aussterben der Menschheit führen, jedoch gelten das Sterben der Sonne oder die Vernichtung durch einen Meteoriten als so fern und unwahrscheinlich, dass als einzige relevante Möglichkeit die Selbstvernichtung (z.B. durch Atomwaffen oder Virus-Epidemie) bleibt.

Die Zukunft könnte also diskontiert werden, weil mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist, dass die Menschheit sich selbst vernichtet. Wobei es in ihrer eigenen Hand liegt dies zu verhindern. Offensichtlich ist es wünschenswert dies und damit die Rechtfertigung zur Diskontierung zu verhindern.89)

Laut Derek Parfit führen die hier aufgeführten Argumente für die Diskontierung der Zukunft in die Irre. Es kann berechtigt sein, weniger besorgt um manche Probleme in der Zukunft zu sein, so Parfit. Jedoch nicht weil diese schlicht später auftreten, sondern weil sie tatsächlich weniger wahrscheinlich sind, weil sie Menschen betreffen denen es besser gehen wird, oder weil die Menschen zur Ungeduld oder dazu neigen, direkte Bekanntschaften zu bevorzugen. Aber diese Gründe müssen separat betrachtet werden. „If we bundle them together in a Social Discount Rate, we make ourselves morally blind“.90)

5 Stern und Nordhaus: Ökonomie des Klimawandels

Im Vorangegangen wurden wichtige Argumente für und gegen die Einführung einer Diskontrate (in bestimmen Bereichen) gegeben, sowie Methoden zu deren Festsetzung. Nun soll ein konkretes Beispiel gegeben werden, in dem die Art der Diskontierung eine zentrale Rolle spielt und über welches aus aktuellem Anlass anhaltend diskutiert wird.

5.1 Spezifika des Klimawandels

Der Klimawandel kann als paradigmatisch für den Diskurs über die Diskontierung betrachtet werden. Er kombiniert lange Zeiträume, die mehrere Generationen teils überlappen, teils überspringen und einen großen Strauß an Handlungsoptionen. Zudem hat er starken Einfluss auf Wirtschaftsabläufe und die globale nicht-ökonomische Lebenswelt in Gegenwart und Zukunft.

Da die Folgen der Erderwärmung durch zu Hohe CO2-Konzentrationen stark zeitversetzt auftreten, stellt sich hier besonders die Frage, wie Kosten der Mitigation (Maßnahmen zur Senkung des CO2-Ausstoßes) mit andernfalls verzögert eintretenden Schäden in der Zukunft verglichen werden können. Beispielsweise könnte wie in 4.3 argumentiert werden, dass der technische Fortschritt Klimaschäden, wie Dürren und die Verbreitung von Krankheiten, abmildern wird. Oder, dass wie in 4.4, Unsicherheiten in den Prognosen es nicht rechtfertigen, heutigen Generationen enorme Lasten für evtl. niemals eintretende Schäden aufzuerlegen. Nach Abwägung dieser und anderer Einflussfaktoren wird in den meisten Fällen eine Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt, die Klima- und Wirtschaftsmodelle kombiniert, um mögliche Folgen unterschiedlicher Mitigationsmethoden zu ermitteln. Ein konkretes Ergebnis könnte beispielsweise die Empfehlung einer CO2-Steuer sein, um Emissionen wie gewünscht zu regulieren.

Zwei Beispiele für diese Herangehensweise sind die Kosten-Nutzen-Analysen von Nordhaus und Stern, die auf Grund von widerstreitenden Prämissen und Gewichtung von Einflussfaktoren zu sehr unterschiedlichen Empfehlungen gelangen.

Es sollte erwähnt sein, dass Kosten-Nutzen-Analysen nicht die einzige Möglichkeit sind, politische Maßnahmen gegen den Klimawandel zu ermitteln. Viele Philosoph*innen und Sozialwissenschaftler*innen vertreten den Standpunkt, dass eine derart ökonomische Herangehensweise nicht in Einklang zu bringen ist mit den komplexen sozialen und ethischen Berührungspunkten des Klimawandels.91)

5.2 Stern: The Economics Of Climate Change

Der sogenannte Stern-Review von 2006, in Auftrag gegeben von der britischen Regierung, gilt noch immer als Einflussfaktor bei der politischen Entscheidungsfindung zum Thema Klimawandel. Er ist ein Beispiel für eine ethisch basierte Nutzen-Kosten-Analyse im Kontrast zu ansonsten vornehmlich ökonomischen Analysen der heutigen Zeit.92)

Stern betrachtet ausdrücklich ethische Aspekte zur Festsetzung der Diskontierungsrate, verfolgt also einen präskriptiven Ansatz. Dabei lässt er jedoch Marktkennzahlen als Orientierungspunkt zu:

„In using such evidence [z.B. Kreditzinsen, Versicherungsprämien, Anm. d. Verf.], we must constantly bear in mind two key issues. First, we must ask about the relevance of individual decisions for the societal decisions about the problem at hand - here social decisions by the world community now, bearing in mind consequences for future generations. And, second, if we infer values from decisions, we must ask whether we have modeled well the decision processes, the objectives, and the perceived structure of the problem as seen by the decision maker.“ 93)

So lässt er beispielsweise das Argument der Zeitpräferenz nur insofern gelten, als ein Aussterben der Menschen nicht gänzlich auszuschließen ist. Folglich gibt er, mathematisch, gegenwärtig gesicherter Wohlfahrt Vorrang vor künftiger, nicht gesicherter Wohlfahrt.94)

Sterns Analysen führen letztlich zu dem Schluss, dass es angeraten wäre, jährlich 1% des weltweiten BIP in Mitigationsmaßnahmen zu investieren um eine CO2-Konzentration deutlich unter 550ppm zu erreichen. Stern fordert ausdrücklich die starke Berücksichtigung von kommenden Generationen, Naturwerte ohne Marktanbindung, finden allerdings auch keine Berücksichtigung.95) Ähnlich wie Hans Jonas argumentiert Stern, dass auf Grund der zahllosen Unsicherheiten eine erhöhte Vorsicht anstelle der Nachsicht geboten ist. Sollte sich die Gefahrenabschätzung als zu pessimistisch herausstellen, würden die Maßnahmen dennoch zu einer höheren Biodiversität und reduzierter Umweltbelastung bei verhältnismäßig geringen Kosten führen.96)

5.3 Nordhaus: Managing The Global Commons

Nordhaus widerspricht Stern vor allem im zentralen Punkt der Diskontierung:

„The Review takes the lofty vantage point of the worlds social planner, perhaps stoking the dying embers of the British Empire, in determining the way the world should combat the dangers of global warming. The world, according to Government House utilitarianism, should use the combination of time discounting and consumption elasticity that the Review's authors find persuasive from their ethical vantage point.“ 97)

Dieses Zitat zeigt deutlich, dass Nordhaus den von Stern gewählten präskriptiven Ansatz ablehnt. Er selbst greift auf einen explizit deskriptiven Ansatz zurück mit dem Argument, dass jenes Kapital, das durch Mitigationsmaßnahmen von anderen Investitionen abgezogen wird, eindeutige Opportunitätskosten aufweist, die mit dem versäumten Wohlfahrtszuwachs, also Gewinnen in der Zukunft, identisch sind. Diese wiederum stünden nicht zur Verfügung um etwaigen Adaptionsmaßnahmen durchzuführen. Nordhaus zeichnet also ein optimistisches Bild der Zukunft in dem frühe Mitigation durch spätere Adaption ersetzt wird.98)

Für Nordhaus besteht das Problem von niedrigeren Diskontraten in der Diskrepanz zu beobachtbar hohen Zinsraten, also Gewinnerwartungen, von Naturkapital.99) Diese Sichtweise enthüllt die Interpretation von Natur als reines Produktionsmittel. Wert entsteht in dieser Auffassung nur durch Ökosystemleistungen, die marktrelevant sind (Bestäubungstätigkeiten, Eintrittspreise von Naturreservaten etc.). Umfassende Wertschätzung von Natur im Sinne eines ökozentristischen Weltbildes finden hier keine.

Quellenverzeichnis (H2)

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  • Weber, Manfred et al.: Kaufmännisches Rechnen, 2. Auflage, Haufe Verlag, Freiburg 2012.
  • Weikard, Hans-Peter: Wahlfreiheit für zukünftige Generationen. Neue Grundlagen für eine Ressourcenökonomik, in: Ökonomische Essays, Band 11, metropolis, Marburg 1999.

Frühere Versionen und Autoren (H2)

1)
vgl. Weber et al. 2012, S. 65ff.
2)
vgl. Weber et al. 2012, S. 65ff./Hanusch et al. 2011, S. 102ff.
3)
dto. 1992, S. 260
4)
Hier muss angemerkt werden, dass die Grenze hin zu öffentlichen Projekten bzw. Projekten, welche die Öffentlichkeit tangieren, gerade in der Zeit von weltweit tätigen Großkonzernen, fließend ist. Das Etikett „Privatunternehmen“ sollte nicht dazu verleiten, von vornherein die Belange der Öffentlichkeit und kommender Generationen in Bezug auf die Diskontierung zu vernachlässigen.
5)
Der Umbau des Energiesektors beispielsweise ist nicht nur langwierig, die Amortisierung bzw. die Zeit bis alle auch nicht finanzielle Gewinne zum Tragen kommen erstreckt sich auf mehrere Jahrzehnte. Bezieht man den erwünschten positiven Einfluss auf den Klimawandel mit ein, kann es sich sogar um Jahrhunderte handeln.
6)
vgl. Hanusch et al. 2011, S. 102ff.
7)
vgl. Feldstein 1964, S. 361
8)
Weikard 1999, S. 30f.
9)
vgl. Hanusch et al. 2011, S. 101ff.
10)
ebd., S. 102f.
11)
Beispielsweise weil die Verfügbarkeit in der Zukunft nicht garantiert werden kann oder die eigene Sterblichkeit einberechnet wird.
12)
vgl. ebd., 107
13)
Hanusch et al. 2011: 105, vgl. Price 1993: 99
14)
vgl. ebd., S. 106
15)
vgl. Hanusch et al. 2011, S. 111f.
16)
vgl. dto.
17)
Konsument*innen gelten hier als vollkommen rationale und vollständig informierte Marktteilnehmer*innen, die unabhängige Entscheidungen treffen können (bpb 2016). In aller Regel wird dieses Konzept den Modellen einer Marktwirtschaft zugrunde gelegt
18)
vgl. Feldstein 1964, S. 362
19)
vgl. Sen 1960
20)
Sen 1963, S. 96
21)
vgl. Feldstein 1964, S. 366
22)
vgl. Bayer 2000, S. 158
23)
vgl. Baum 2009, Ott 2003, S. 19
24)
Marglin 1963, S. 97
25)
Hier stellt Price implizit das Konzept der Konsumentensouveränität in Frage, welches vielen Ökonom*innen als Ausgangspunkt für ihre Analysen dient.
26) , 47)
Price 1993, S. 346
27) , 33)
vgl. Baum 2009, S. 199
28)
vgl. Birnbacher 2003, S. 47f./Davidson 2014, S. 42
29)
Eine starke Gegenposition findet sich in Derek Parfits „Reasons and Persons“ (dto. 1987).
30)
vgl. Baum 2009, S. 200
31)
vgl. Ott 2003, S. 7
32)
vgl. Weikard 1999, S. 33
34) , 86)
vgl. Price 1993, S. 196
35)
vgl. dto. 1998
36)
vgl. dto. 1972
37)
Dieses Problem befasst sich mit der Zuschreibung von Selbstwert. Während es unstrittig ist, dass der Mensch an sich (aus sich selbst heraus) Wert hat, wird die Nahrungskette abwärts, Lebewesen bzw. Entitäten immer seltener Selbstwert zugestanden. Vertreter*innen des Pathozentrismus (auch Sentientismus) wie Peter Singer, inkludieren beispielsweise all jene Entitäten die Schmerz empfinden können bzw. nachweislich zu Empfindungen fähig sind. Die weiteste Spanne umfasst der Holismus, der auch Unbelebtes einschließt.
38) , 51)
vgl. Baum 2009, S. 202
39)
vgl. Feldstein 1964
40)
vgl. Baum 2009, S. 202/Parfit 1987
41)
vgl. dto. 1998, S. 263
42)
vgl. Baum 2009, S. 202/Broome 1994, S. 162
43)
Arme Bevölkerungsschichten scheinen aus unterschiedlichen Gründen zukünftigen Konsum geringer zu schätzen als reichere Bevölkerungsgruppen (Price 1993: 90).
44)
vgl. Price 1993, S. 85ff.
45)
vgl. Baum 2009, S. 204
46)
Marglin 1963, S. 96
48)
vgl. Arrow et al. 1995, S. 131ff.
49)
vgl. Nordhaus 1994, S. 132
50)
vgl. Arrow et al. 1995, S. 133
52) , 60)
vgl. Unnerstall 2003, S. 55
53)
vgl. Unnerstall 2003, S. 55f.
54)
vgl. Ott 2003 12f.
55)
vgl. Lasmarias et al. 1988
56)
vgl. Hueting 1991
57)
vgl. Pearce 1977
58)
vgl. Arrow et al. 1995, S. 139
59)
vgl. Broome 1994, S. 156
61)
Parfit 1992, S. 145
62)
Für einen umfassenden Einblick ist „Time, Discounting and Value“ von Colin Price zu empfehlen.
63)
Price 1993, S. 99
64)
siehe Punkt 5
65)
vgl. Price 1993, S. 100ff
66)
vgl. Parfit 1987, S. 480
67)
vgl. Strotz 1955-56, S. 179/Pigou 1932, S. 25
68)
vgl. Ott 2003, S. 13f.
69)
vgl. Anand/Sen 2000, S. 2034
70)
vgl. Price 1993, S. 102f.
71)
vgl. Ott 2003, S. 14
72)
vgl. Parfit 1992, S. 149f.
73)
vgl. dto. 1992
74)
vgl. dto. 1984, S. 487
75)
vgl. Parfit 1992, S. 150
76)
Hampicke 1992, S. 285
77)
vgl. Dasgupta/Heal 1979, S. 299
78)
Hampicke 1992, S. 286
79)
Rawls 1999, S. 262
80)
vgl. Parfit 1984, S. 484
81)
Interessant ist an dieser Stelle das „Non Identity“-Problem von Parfit (dto. 1984, S. 351ff.), dass hier leider nicht behandelt werden kann.
82)
vgl. Kavka 1997, S. 190
83)
Hampicke 1992, S. 286f.
84)
vgl. Rehmann-Sutter 1998, S. 134
85)
vgl. Ott 2003, S. 17
87)
vgl. Jonas 2015
88)
Jonas 2015, S. 218
89)
vgl. Hampicke 1992, S. 289
90)
Parfit 1987, S. 486
91)
vgl. Nelson 2008/Randalls 2011, S. 225
92)
vgl. Randalls 2011, S. 225
93)
Stern 2008, S. 16
94)
Stern 2008, S. 15ff.
95)
vgl. Stern 2008, S. 7/Neumayer 2007
96)
vgl. Stern 2008
97)
Nordhaus 2007, p.691
98)
vgl. Nordhaus 1994, S. 124ff.
99)
vgl. Nordhaus 1994, S. 134f.
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